Temporärer Ersatz für Fußgängerbrücke am Wuhletal-Stadion braucht drei Jahre – Aufhebung der Sperrung der Brücke sollte geprüft werden

Seit Ende Oktober 2022 ist die Brücke über die Wuhle am Stadion Wuhletal in Hellersdorf gesperrt. Auf Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg erklärte die für Verkehr zuständige Senatsverwaltung im Februar 2020, dass das Bauwerk außerplanmäßig geprüft werde, eine akute Sperrung jedoch nicht drohe. Nach 2 ½ Jahren musste die Brücke doch gesperrt werden. Laut des Prüfberichtes sind die Stahlbauteile und der Belag nicht mehr zu sanieren. Die ganze Konstruktion entspricht nicht mehr den derzeitigen Baustandards für Fußgängerbrücken.

Auf Nachfrage des Abgeordneten erklärte die Senatsverwaltung für Mobilität, dass eine kurzfristige Sanierung ausgeschlossen sei. Zu dem Bauwerk würden keine Bestandsunterlagen einschließlich statischer Unterlagen vorliegen. Eine Instandsetzung der Bestandskonstruktion sei somit nicht möglich und wäre auch wirtschaftlich nicht vertretbar.

Bis März 2023 will der Senat eine Behelfsbrücke geprüft haben. Nach einer ersten Einschätzung des Senats ist von keiner wesentlichen Zeitreduzierung bei der Verwendung einer Behelfsbrücke gegenüber einem dauerhaften Brückenersatzneubau zu rechnen. In diesem Fall würden das vollständige Fehlen verwertbarer Gründungselemente, die Abmessungen der Bestandskonstruktion sowie das notwendige Baurecht zu einem vergleichbaren Planungs- und Bauablauf führen. Planungsrechtlich müsste zunächst das Einvernehmen mit der Wasserbehörde, dem Straßen- und Grünflächenamt und dem Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirkes hergestellt werden. Parallel ist eine Anmeldung in der Investitionsplanung des Landes Berlin zur Finanzierung vorzunehmen. Mit der Sicherstellung der Finanzierung kann ein extern zu beauftragendes Ingenieurbüro die Vorplanungen bis zur Entwurfsplanung aufstellen und ein Vergabeverfahren für ein Bodengutachten über die Gründung des neuen Bauwerkes durchgeführt werden. Anschließend könnten die Ausführungsplanung und die Ausführung der Bauleistungen vergeben werden, welche sich im Wesentlichen nur darin unterscheiden, ob ein vorhandener Brückenüberbau aufgearbeitet wird oder neuer Brückenüberbau hergestellt werden muss.

Hiernach schließt sich die eigentliche Bauausführung an. Als Zeitraum für die Errichtung einer Fußgängerbrücke beginnend mit der Planung ist von etwa 3 Jahren auszugehen. Sowohl die Errichtung einer Behelfsbrücke oder ein Ersatzneubau kann nur in Abhängigkeit freier Personalkapazitäten und Änderungen in der Priorisierung zu Lasten anderer Projekte durchgeführt werden.

Dazu erklärt Kristian Ronneburg, Abgeordneter für Hellersdorf-Süd/Kaulsdorf-Nord:

„Die Senatsverwaltung hat erklärt, dass sie die Brücke bereits in das Unterhaltungsprogramm des Landes aufgenommen und ebenso für ein Programm angemeldet hat, um nicht verwendete Brückenbestandteile für Ersatzbauten zu verwenden. Die zeitliche Perspektive für einen temporären Ersatz ist jedoch keineswegs zufriedenstellend. Über drei Jahre auf eine solch kleine Brücke zu warten, die jedoch großen Nutzen für viele Menschen hat, die im Wuhletal unterwegs sind und die auch als Schulweg genutzt wird, ist nicht erklärbar. Deshalb sollte der Senat prüfen, ob die Sperrung der Brücke wieder aufgehoben werden kann und Maßnahmen getroffen werden können, um das Überqueren der Brücke wieder zu ermöglichen. Sollte ein temporärer Ersatz ebenso lange dauern wie ein Ersatzneubau, sollten jetzt die Gelder für den Ersatzneubau im Investitionsprogramm des Landes Berlin angemeldet werden. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Die vollständige Anfrage und die Antworten des Senats können hier nachgelesen werden.