Kein Abriss des Spreecenters für Wohnungsbau – Bebauungsplan schützt Nahversorgung

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

in den vergangenen Monaten wurde vielfach über einen möglichen Abriss des Hellersdorfer Spreecenters für den Wohnungsbau diskutiert. Ausgangspunkt ist die Absicht des Besitzers des Centers, die Gebäude in drei Schritten abzureißen und durch Wohnhäuser mit Gewerbe im Erdgeschoss zu ersetzen.

Ich habe diese Überlegungen von Anfang an kritisch gesehen. In unserem Wohngebiet sind in den vergangenen
Jahren viele neue Wohnungen entstanden. In der Ludwigsluster Straße, direkt neben dem Spreecenter, werden derzeit zwei Hochhäuser errichtet. An der Cecilienstraße und der Hellersdorfer Straße sind weitere Neubauten geplant. Auch am Cecilienplatz gibt es seit Jahren Planungen der privaten Eigentümer, Gebäude abzureißen und Wohnhäuser neu zu bauen. Hier wird die soziale Infrastruktur kaum mit Schritt halten können, denn nach wie vor dauert es länger Kitas und Schulen als neue Wohnungen zu errichten. Hinzu kommt der Mangel an Ärzten. Die medizinische Versorgung in unserem Stadtteil ist äußerst angespannt. Schon jetzt finden viele Menschen vor Ort keinen Hausarzt mehr. Ich habe die Hoffnung, dass wir noch in diesem Jahr eine neue Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung an der Neuen Grottkauer Straße eröffnen können. Entsprechende Vertragsentwürfe liegen vor. Und auch der Verkehr nimmt zu und kann weder im Hinblick auf Parkplätze noch durch Bus und Bahn immer angemessen bewältigt werden. Ab 2026 werden die ersten der von Rot-Grün-Rot bestellten neuen U-Bahn-Fahrzeuge auch auf der U5 fahren, weitere Taktverdichtungen sind geplant.

Gemeinsam mit der Linksfraktion im Bezirksparlament habe ich daher vom Bezirksamt gefordert, schnellstmöglich ein sogenanntes Bebauungsplanverfahren einzuleiten und das Gelände des Spreecenters als Ortsteilzentrum zu sichern. Die Nahversorgung soll erhalten bleiben und eine Wohnbebauung ausgeschlossen werden. Auch für das Gelände unmittelbar am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord sollte ein solches Verfahren vorangebracht werden, um auch hier eine geordnete Entwicklung zu ermöglichen und zu verhindern, dass Investoren allein ohne Mitsprache der Öffentlichkeit agieren.

Ein solches Bebauungsplanverfahren sichert vor allem, dass die Öffentlichkeit über alle Planungen frühzeitig
informiert wird und mitreden kann, wie sich dieses Gelände entwickeln soll.

Im August 2022 wurde unsere Forderung durch das Bezirksparlament beschlossen. Nunmehr hat das Bezirksamt erfreulicherweise mitgeteilt, dass ein Bebauungsplanverfahren „Spreecenter“ auf den Weg gebracht wurde. Dieses Verfahren wird mehrere Schritte durchlaufen und die Planungen und Festlegungen werden öffentlich ausgelegt.

Aus meiner Sicht ist dies jedoch nur eine notwendige Ebene, um das Ortsteilzentrum zu sichern. Ich werde mich gegenüber dem Bezirksamt dafür einsetzen, dass auch jenseits dieses Verfahrens, die Anwohnerschaftregelmäßig und umfassend informiert wird.

Ich freue mich, dass es schnell gelungen ist, einem planlosen und übereilten Abrissvorhaben ein wirksames Stoppschild entgegenzusetzen.

Herzliche Grüße, Kristian Ronneburg