Mozart-Gemeinschaftsschule bekommt zusätzliche Klassenräume

Überall im Bezirk werden zusätzliche Schulplätze gebraucht. Einige Grund- und Oberschulen sind bereits seit Jahren überbelegt. Daher muss der Schulneubau konsequent vorangebracht werden. Um aber auch kurz- und mittelfristig Abhilfe zu schaffen, entstehen an einigen Schulen temporäre Lösungen. Mobile Klassenräume werden in Schulnähe errichtet und können dabei helfen, dass jedes Kind im Bezirk einen guten Schulplatz bekommt. Auch an der Mozart-Gemeinschaftsschule in Hellersdorf soll noch in diesem Jahr eine kleine Anlage mit insgesamt sechs Klassenräumen entstehen.

Wie der Senat auf meine Anfrage hin mitteilt, hat die Schule schon jetzt viel zu wenig Platz. Trotz der gut sanierten drei Gebäude gibt es keine freien Raumkapazitäten mehr. Das nahegelegene neue Wohngebiet Gut Hellersdorf und Zossener Straße wird die Situation noch schwieriger machen. Wie viele neue Schülerinnen und Schüler dadurch einen Schulplatz suchen, kann erst nach Bezug der Wohnungen konkret ermittelt werden. Mindestens aber im Bereich der Sekundarstufe I wird der Druck zunehmen, da hier aus dem ganzen Bezirk Plätze dringend gesucht werden.

<<<ExtraInfo: Die Bebauungspläne für die neuen Wohngebiete an der Zossener Straße und im Gut Hellersdorf>>>

Zwar sind neue Schulbauten in Planung oder wie am Naumburger Ring bereits im Bau, bis diese fertig sind, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Daher hat sich das Bezirksamt entschlossen neben der Schule einen Container aufzubauen. Hierbei geht es um sechs Klassenräume, einen Teilungsraum und ein Lehrerzimmer. Die Gesamtkosten dieser Anlage belaufen sich auf voraussichtlich 2,4 Millionen €. Die Module werden gekauft, können also vom Bezirk später auch an anderen Schulen eingesetzt werden. Dies entspricht der langjährigen Forderung der LINKEN einen Container-Pool aufzubauen, um Überbelegungen an Schulen kurzfristig entgegen wirken zu können. Baubeginn an der Mozart-Schule soll im September 2022 sein. Eine Übergabe der fertigen Klassenräume ist für das erste Quartal 2023 geplant.

Als Grundstück soll der Sportplatz westlich der Schule genutzt werden. Dieser wird nach unserer Kenntnis bisher von der Schule und Jugendlichen aus dem Kiez genutzt. Laut Senat und Bezirksamt gäbe es keine Nutzungskonflikte, die zunächst aufgelöst werden müssten. Das Grundstück ist laut Antwort „für die zu errichtenden Schulcontainer nutzbar.“.

Diese Aussage verwundert jedoch ein wenig. Als 2017 die Oberstufe der Mozart-Gemeinschaftsschule wegen der Sanierung eines Gebäudes ausgelagert werden musste, hatte die Linksfraktion im Bezirksparlament ebenfalls die Aufstellung von Containern neben der Schule vorgeschlagen. Damit sollten kurze Schulwege gesichert und der Zusammenhalt der Gemeinschaftsschule ermöglicht werden. Das Bezirksamt seinerseits wollte stattdessen lieber Räume im Marzahner Gewerbegebiet am S-Bahnhof Springpfuhl anmieten. Als Standort hatte unsere Fraktion ebenfalls den Sportplatz vorgeschlagen. Dies wurde jedoch vom Bezirksamt u.a. mit der Begründung abgelehnt, dort würde eine unterirdische Stromleitung von Vattenfall verlaufen und diese dürfe auch nicht nur zeitweise mit Containern überbaut werden. Letztlich wurde nach Protesten der Eltern und der Linksfraktion gegen eine Unterbringung der Schülerinnen und Schüler im Gewerbegebiet dieser Plan verworfen. Aber statt der möglichen schulnahen Container, wurde die Oberstufe zwei Jahre lang in der neuen ISS in Mahlsdorf untergebracht.

Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass es jetzt offenbar etwas pragmatischer zugeht und eine schnelle Schaffung zusätzlicher Schulplätze für die Mozart-Gemeinschaftsschule in Sicht ist. Ziel muss sein, dass neue Grund- und Oberschulen in Hellersdorf bald Realität werden.

Die vollständige Anfrage und die Antworten des Senats finden Sie hier.