Schulneubau in der Carola-Neher-Straße – Was ist geplant?

Seit 2008 ist das Max-Reinhardt-Gymnasium in der Carola-Neher-Straße Geschichte. Nach einigen Jahren Leerstand wurde 2013 eine Unterkunft für geflüchtete Menschen in den beiden ehemaligen Schulgebäuden eingerichtet. Seitdem finden dort Menschen eine Unterkunft, die vor Krieg und Elend aus ihren Herkunftsländern geflohen sind.

Künftig möchte der Bezirk auf dem Gelände wieder eine Schule errichten. Dafür wurde das Gebiet als Schulgrundstück in einem Bebauungsplan gesichert. Das bedeutet, dass dort kein Wohnungsbau oder ähnliches stattfinden kann, sondern nach der Nutzung als Unterkunft nur eine Schule eingerichtet werden darf.

Entwurf des Bebauungsplan 10-55 (Stand: 2020; Entwurf wurde inzwischen überarbeitet, ua wurde der nördliche Bereich auch als Schulfläche anstelle eines Wohngebietes festgesetzt, es liegt jedoch noch keine neue Fassung öffentlich vor)

Schulplätze werden dringend gebraucht, daher gibt es bereits konkrete Planungen zumindest für einen Teil des Geländes.

Wie aus einer Antwort des Senats auf meine Frage hin hervor geht, sollen im kommenden Jahr als erster Bauabschnitt die beiden leerstehenden Gebäude an der Klingenthaler Straße abgerissen werden. Dort soll im Anschluss ein sogenannter Modularer Ergänzungsbau (MEB) errichtet werden. Es handelt sich dabei um ein mehrgeschossiges Schulgebäude, das ca. 8 Millionen € kosten wird. Dieser MEB mit insgesamt 22 Klassenräumen und einer Mensa soll zunächst als Filiale einer bereits bestehenden Grundschule fungieren.

Auch die bisher als Unterkunft genutzten Gebäude sollen perspektivisch abgerissen werden und es soll eine neue Grundschule entstehen. Hierfür sind Kosten in Höhe von bis zu 25 Millionen € vorgesehen und in der Investitionsplanung des Landes bereits eingeplant. Eine konkrete Zeitplanung gibt es für diesen Neubau allerdings noch nicht. Zwar geht der Bezirk trotz eines fehlenden Zeitplans für einen Schulbau bisher davon aus, dass das Gelände ab 2023 nicht mehr als Unterkunft genutzt wird. Dennoch geht aus der Antwort des Senats folgendes hervor: „Die derzeitige LAF-Einrichtung für Geflüchtete kann dabei aus Sicht des Bezirks bis Baubeginn für die neue Schule genutzt werden.“. Das ist im Angesicht steigender Zahlen hilfesuchender Menschen gerade aus der Ukraine ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Der Senat hat somit die Möglichkeit Alternativen für die derzeitige Unterkunft zu suchen, ohne diese unmittelbar aufgeben zu müssen. Ein leerstehendes Gebäude trotz eines unklaren Zeitplans für den Schulneubau und gleichermaßen fehlende Unterkunftsplätze für geflüchtete Menschen würde niemandem helfen. Sobald ein Zeitplan für den Schulneubau steht und ein Baubeginn in Aussicht ist, wird auch der Auszug der Unterkunft angepackt werden können.

Ehemaliges Schulgebäude in der Carola-Neher-Straße; derzeit als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt

Auch auf der benachbarten Freifläche am Auerbacher Ring/Maxie-Wander-Straße ist langfristig der Bau einer Schule vorgesehen. Dieses Grundstück wurde für diesen Zweck ebenfalls gesichert. Konkrete finanzielle Mittel sind hierfür in der Investitionsplanung aufgrund einer fehlenden Anmeldung von Geldern durch den Bezirk jedoch noch nicht vorgesehen. Daher ist auch noch keine Zeitschiene für einen Neubau absehbar. Hier muss das Marzahn-Hellersdorfer Schulamt dringend nacharbeiten. Klar ist zumindest, dass hier eine Oberschule mit Sporthalle entstehen soll.

Solange dies aber noch nicht in Sicht ist, kann die Fläche vielfältig genutzt werden. Bereits jetzt hat sie sich als Cricketfeld, Abenteuerspielplatz und Wiese für Veranstaltungen und Freizeitgestaltung bewährt.

Auf einem Teilbereich dieses freien Geländes soll auch eine kulturelle Nutzung ermöglicht werden. Hier ist der Bezirk seit einigen Jahren im Gespräch mit Kulturschaffenden, um ein Atelierhaus auf genossenschaftlicher Basis zu realisieren. Dieses Vorhaben ist jedoch bisher nur eine Idee, konkrete weitere Schritte sind zunächst noch zu verabreden. Auch hier können Nachbarinnen und Nachbarn weiterhin die Frei- und Grünfläche freizeitlich nutzen.

Die vollständige Anfrage und die Antworten des Senats finden Sie hier.