Machbarkeitsuntersuchung für die Radschnellverbindung Ost vorgestellt – Vorzugsvariante sollte das Wuhletal schützen

Rot-Rot-Grün bringt den Ausbau von Radschnellwegen weiter voran. Nun wurden auch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Radschnellverbindung 9 („Ost“) vorgestellt. Der Trassenkorridor verläuft von Marzahn-Hellersdorf über die Karl-Marx-Allee und den Alexanderplatz bis zum S-Bahnhof Tiergarten. Die Planungen wurden für den Abschnitt in Marzahn-Hellersdorf wurden erstmals im Februar 2020 öffentlich vorgestellt und diskutiert (Wir berichteten).

Hinweise und Fragen aus der Veranstaltung sind in die Untersuchungen für eine Vorzugsvariante eingeflossen.

Vorzugsvariante:

In Marzahn-Hellersdorf verläuft die Route zunächst über die Allee der Kosmonauten bis zum Blumberger Damm. Östlich der Rhinstraße sollen die KfZ-Fahrstreifen in einen normalen Fahrstreifen und eine separate Radverkehrsanlage umgewandelt werden. Ab dem Knotenpunkt Allee der Kosmonauten – Eitelstraße soll die Radschnellverbindung mit geschützten Radverkehrsanlagen geführt werden. Diese gehen dann im Verlauf der Eitelstraße bzw. des Kornmandelwegs in eine Fahrradstraße über.

Der östlichste Abschnitt der Radschnellverbindung Ost-Route führt in der Vorzugsvariante vom Blumberger Damm bis zur Landesgrenze am U-Bahnhof Hönow. Derzeit werden zwischen dem Blumberger Damm und U-Bahnhof Kienberg zwei planerische Vorzugsvarianten weiter untersucht.

Variante 9.1.2

Diese Variante verläuft über den Blumberger Damm zur Cecilienstraße bis zur Hellersdorfer Straße. Auf dem Blumberger Damm wird die Radschnellverbindung als 4,00 Meter breiter Zweirichtungsradweg geführt, auf der Cecilienstraße und Hellersdorfer Straße als 3,00 Meter breiter Radweg je Richtung.

Variante 9.2

Diese Variante ist als Verlängerung des Kornmandelwegs als eigenständiger Sonderweg entlang der Wuhle etwa 600 Meter kürzer. In der weiteren Planung soll diese Variante aufgrund der potenziellen Konflikte mit der Naherholung und dem Fußverkehr detaillierter betrachtet werden. Abschnittsweise kann die Trasse über die dortige Fernwärmeleitung geführt werden.

Ab dem U-Bahnhof Kienberg soll die Verbindung entlang der Hellersdorfer Straße über 3,00 Meter breite Radwege je Fahrtrichtung bis zum Stadtteilzentrum Helle Mitte verlaufen. Östlich der Hellen Mitte würde die Radschnellverbindung als Fahrradstraße in der Nelly-Sachs-Straße und Weißenfelser Straße geführt werden. Dazwischen wird für einen direkten Verlauf der Radschnellverbindung ein eigenständiger Sonderweg parallel zur U-Bahn in Tieflage angelegt. In der Böhlener Straße wird die Radschnellverbindung wieder über 3,00 Meter breite Radwege geführt.

Wie geht es weiter?

Auf der Grundlage der Machbarkeitsuntersuchung folgen nun weitere vertiefende Planungen (Vorplanung, Entwurfsplanung, detaillierte Kostenermittlung, Klärung von Grundstücksfragen, Bewertung der Schutzgüter etc.). Danach wird die gesamte Planung für das Planfeststellungsverfahren aufbereitet, in dem sich Bürger:innen und Behörden wie weitere Träger öffentlicher Belange in die Planung einbringen können. Am Ende des Verfahrens steht der Planfeststellungsbeschluss, der einer Baugenehmigung entspricht.

Momentan gehen die Planungen davon aus, dass Ende 2024 der Bau der Radschnellverbindung Ost, der mindestens zwei Jahre dauern wird, starten kann.

Derzeit werden die Kosten für den östlichen Teilabschnitt der Ost-Route (13,5 Kilometer) auf etwa 16 Millionen Euro geschätzt.

Dazu erklärt Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin:

„Wichtige Vorarbeiten für die Radschnellverbindung Ost liegen nun vor, jetzt kommt es darauf an, dass eine Vorzugsvariante gefunden wird, die den Bedürfnissen des Radverkehrs und auch des Fußverkehrs und der Natur gerecht wird. Viele haben sich bereits für die Variante 9.2 ausgesprochen, auch Ortskundige werden diesen Weg als kürzere Verbindung wählen. Hier müssen allerdings im weiteren Verlauf des Weges Belange des Naturschutzes beachtet werden. Es sollte daher geprüft werden, wie die Variante 9.2 ohne zusätzliche Beleuchtung und mit einer geringeren Radwegbreite umgesetzt werden kann, um das Wuhletal zu schützen.“





Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.infravelo.de/assets/PDFs/ergebnisbericht-rsv-ost-route-final.pdf