Planungen zum Neubau des Verkehrsknoten Marzahns vorgestellt

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1977 stellte die DDR für den neuen Marzahner Stadtteil eine innerstädtische Autobahnschleife fertig: Unten liegen zahlreiche Eisenbahn- und S-Bahn-Schienenstränge sowie die sechsspurige Märkische Allee, oben die Landsberger Allee, verknüpft durch zahlreiche Auffahrtrampen und –Schleifen, mit Nebenanschluss-Stelle Werkzeugmaschinenfabrik, heute Knorr-Bremse, außerdem entlang der Landsberger Allee noch eine neue Straßenbahntrasse. Heute gilt dieser „Marzahner Knoten“ trotz moderner Navigationssysteme als Irrgarten, außerdem sind einige Brücken in marodem Zustand, durchgehende Rad- und Gehwege fehlen.

Seit Jahren wird durch die Senatsverkehrsverwaltung der Neubau des Marzahner Verkehrsknotens geplant. Am 19. Februar 2020 stellte der Senat gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro und der BVG die Planungen vor.

Im überfüllten größten Saal des UCI-Kinos Le Prom wurde die Zeitschiene für das bisher auf 82 Mio. Euro geschätzte Vorhaben vorgestellt: 2016 Planungsstart, Anfang 2022 Beräumung der künftigen Baustelle, Ende 2022 Baubeginn und Ende 2028 Fertigstellung. Der komplette Neubau der Straßen- und Brückenlösung für die Landsberger Allee und die Straßenbahn-Trasse soll in Höhe der Überführung der Märkischen Allee etwa den Bereich der heutigen Südfahrbahn einnehmen. Während der Bauphase werden Komplettsperrungen des Marzahner Knotens zwar ausgeschlossen, gleichwohl werden Umleitungen zum Beispiel über die Allee der Kosmonauten oder die Bitterfelder Straße und Gehrenseestraße eingerichtet.

Die Anforderungen des Berliner Mobilitätsgesetzes sind eindeutig: Vorrang für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr vor dem Autoverkehr sowie sichere Wege für alle Verkehrsteilnehmer. Wie soll das umgesetzt werden? Versprochen wurde, dass das ÖPNV-Angebot, hier also besonders die S7 und S75 sowie die Straßenbahn nach Marzahn, bis auf baubedingte Unterbrechungen an Wochenenden oder Nachts erhalten bleibt. Während die Straßenbahn-Brücken erneuert werden, wird die Straßenbahn auf die neu gebauten nördlichen Straßenbrücken über den Schienensträngen verschwenkt. Zudem werden nach dem Umbau im Unterschied zur jetzigen Situation Fußgänger*innen und Radfahrer*innen den Knoten in allen Richtungen sowie bei den Zugängen zur Straßenbahnhaltestelle „Knorr-Bremse“ auf sicheren barrierefreien Gehwegen und Radstreifen passieren können.

Für alle Verkehrsteilnehmer heißt das zugleich: Zwei neue Ampelkreuzungen auf der Landsberger Allee regeln das gefahrlose Ab- und Aufbiegen von und nach der Märkischen Allee sowie zur Knorr-Bremse. Die Märkische Allee behält je zwei durchgehende Nord-Süd-Fahrbahnen (bisher drei) sowie Fuß- und Radwege unter den Brücken, frei von Ampeln.

Kritischen Nachfragen konzentrierten sich auf die Verlangsamung des Autoverkehrs durch Ampeln und damit erhöhte Staugefahr im Berufsverkehr. Weitere Nachfragen zielten auf die Breite der Radstreifen, die Beschaffenheit der Rampen und die notwendige Verdichtung der Takte der Bahnen. Hier waren die Antworten der Planer eindeutig, Veränderungen im Sinne des Mobilitätsgesetzes seien für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig. Zusätzliche Lärmschutzanlagen für die Anwohner sind bisher nicht vorgesehen. Einige Befürchtungen wegen gleichzeitiger Baumaßnahmen im Umfeld der Wuhletalbrücke im Zuge der Märkischen Allee konnten noch nicht zerstreut werden.

Anregungen und Hinweise zu den Planungen können an marzahnerknoten@senuvk.berlin.de geschickt werden.

Zugesagt wurde eine weitere Informationsveranstaltung, die Ende des Jahres stattfinden soll.

Die Präsentation der Planungen für den Verkehrsknoten Marzahn gibt es hier.