BVV schließt Wohnbebauung in Innenhöfen aus – Grün und soziale Infrastruktur haben Vorrang

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Fotoquelle: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wohnungen in Marzahn-Hellersdorf, wie in ganz Berlin, rasant gestiegen. Immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner zählen die einzelnen Berliner Bezirke. Neben dem Wohnungsneubau muss auch die soziale Infrastruktur – Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, etc. – Schritt halten. Damit die Wohnqualität in den einzelnen Kiezen erhalten bleibt, muss auch auf einigen Flächen, die als Baugrundstücke ausgewiesen sind, auf Wohnbebauung verzichtet werden. Dies betrifft im Besonderen Innenhöfe, auf denen früher einmal z.B. Kindergärten gestanden haben. Konkret geht es um sechs Grundstücke in Marzahn-Hellersdorf.

Im Januar 2020 hat die Bezirksverordnetenversammlung mit großer Mehrheit hierzu einen Beschluss gefasst. In dem von der Linksfraktion initiierten und von SPD, CDU und Bündnis-Grünen unterstützten Beschluss wird das Bezirksamt aufgefordert, die betroffenen Grundstücke vom Land Berlin wieder ins bezirkliche Vermögen zu holen. Eine Wohnbebauung soll grundsätzlich ausgeschlossen werden. Die einzelnen Fachämter müssen nun überlegen, ob sie eines dieser Grundstücke künftig für Angebote der sozialen Infrastruktur nutzen möchten. Jene Grundstücke, die nicht für eine solche Nutzung vorgesehen sind, sollen als Grünflächen ausgewiesen werden. Die Linksfraktion in der BVV schlägt vor, dass geprüft wird, ob die dann als Grünflächen auszuweisenden Grundstücke durch die Anwohnerinnen und Anwohner als Gemeinschaftsgärten genutzt werden können.

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Lageskizze Bebauungsplan Luzinstraße 11, 13

In den betroffenen Kiezen haben sich zum Teil auch Anwohnerinnen und Anwohner zusammengefunden, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Wir unterstützen diese Bürgergruppen und haben mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Luzinstraße bereits eine Bürgerversammlung zusammen mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle durchgeführt.

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Bürgerversammlung November 2019

Für ein Grundstück in der Mark-Twain-Straße hat sich das Bezirksamt bereits für einen neuen Kindergarten entschieden. Bei einem weiteren Grundstück gibt es erste Überlegungen, die Fläche als sogenannte Vorhaltefläche (wird erst später einmal bei Bedarf genutzt) für eine Bibliothek zu sichern. An anderer Stelle wie im Innenhof des Teterower Ring wird ein noch vorhandenes, ehemaliges Kindergartengebäude ebenfalls für die soziale Infrastruktur des Bezirks genutzt.

Mit diesem Beschluss hat die Bezirksverordnetenversammlung eine wichtige Grundlage der weiteren Entwicklung bei der Wohnbebauung gelegt. Enge, verkehrlich schlecht erschlossene Innenhofbereiche werden von einer Verdichtung durch Wohnhäuser ausgenommen. Dafür wird die soziale Infrastruktur gestärkt. Da wo bereits z.B. ein Kindergarten früher einmal stand, können auch zukünftig wieder Kinder spielen. Das Maß der früheren Bebauung bleibt bestehen.

Weitere Infos:


Presseerklärung vom 22.10.2019 Grünflächen im Kiez erhalten – Innenhofbebauung verantwortungsvoll gestalten > https://kristianronneburgmahe.wordpress.com/2019/10/22/presseerklaerung-gruenflaechen-im-kiez-erhalten-innenhofbebauung-verantwortungsvoll-gestalten/

Infotext vom 05.11.2019 Innenhöfe schützen – Grüne Erholungsräume erhalten! > https://kristianronneburgmahe.wordpress.com/2019/11/05/innenhoefe-schuetzen-gruene-erholungsraeume-erhalten/

Presseerklärung vom 28.11.2019 Gebäude und Grundstück im Teterower Ring 168 sollen wieder sozial genutzt werden > https://kristianronneburgmahe.wordpress.com/2019/11/28/gebaeude-und-grundstueck-im-teterower-ring-168-soll-wieder-sozial-genutzt-werden/