Kiezspaziergang in Kaulsdorf-Nord mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle zu städtebaulichen Veränderungen

Spaziergang01Für den 24. September 2019 hatte ich als direkt gewählter Wahlkreisabgeordneter für Hellersdorf-Süd/Kaulsdorf-Nord wieder einmal zu einem Kiezspaziergang eingeladen. Thema war die städtebauliche Entwicklung im Umfeld des U-Bahnhofs Kaulsdorf-Nord. Vor Ort haben wir uns gemeinsam mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle ein Bild gemacht und über die geplanten Neubauten informiert und diskutiert.

Was wird aus der Postbank auf der Westseite des Bahnhofs?

Die erste Station widmete sich der Frage, was im Umfeld des Bahnhofs auf der Westseite an der Postbank passieren wird. Das Gebäude wurde mittlerweile durch die Post verkauft. Der neue Eigentümer möchte das Gebäude abreißen und ein neues Bürogebäude bauen, das auch gewerbliche Nutzungen und eine Tiefgarage beinhalten soll. Im Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamtes wurden erste Gespräche zu einer möglichen Neuordnung des ehemaligen Postgrundstücks geführt. Bisherige Entwurfsstudien gehen jedoch über das ortsübliche Maß hinaus. Die Umsetzung würde die Führung eines Bebauungsplanverfahrens erforderlich machen. Das nördlich angrenzende Gebäude der Telekom soll ebenfalls einer anderen Nutzung zugeführt werden. Allerdings wird hier nicht kurzfristig, sondern erst längerfristig etwas passieren.

Wohnungsneubau neben dem Spreecenter

Spaziergang02Ein weiteres Thema, das viele Menschen im Kiez interessiert, ist das Wohnungsneubauvorhaben an der Ludgwigsluster Straße 100, neben dem Spreecenter. Bauherr ist die BUWOG Bauträger GmbH. Die Abrissarbeiten sind in vollem Gange, nachdem es zwischenzeitlich auch rechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Vorhabenträger an der Ludwigsluster Straße 100 und dem Spree-Center gab. Auf meiner Website hatte ich darüber berichtet. Nachdem eine Lösung zwischen beiden Parteien gefunden wurde, sollen nun zwei Gebäude mit jeweils 12 Etagen gebaut werden. Es entstehen insgesamt 168 Wohnungen. Ein Drittel der Wohnungen werden komplett barrierefrei sein. Es entstehen 1-, 2- und 3-Raum-Wohnungen.

Auch wenn Berlin grundsätzlich keine Stellplatzverordnung hat, wird im Zusammenhang mit einer gesicherten Erschließung bei Neubauvorhaben die Einordnung von jeweils 0,5 Stellplätzen pro Wohneinheit angestrebt. Im Falle der Ludwigsluster Straße 100 werden auf dem Grundstück selbst im Ergebnis dieser Forderung 40 zusätzliche Stellplätze geschaffen. Ebenso entstehen Fahrradstellplätze. Die Gebäude werden so angeordnet, dass eine Frischluftschneise entsteht und im Inneren werden neue Aufenthalts- und Spielflächen umgesetzt.

Hochhaeuser_Ludwigslus_kleiner

Skizze der ursprünglich veröffentlichten Planungen (2016)

Ehemalige Gaststätte „Mecklenburg“ im Teterower Ring 61

Die Zukunft der ehemaligen Gaststätte „Mecklenburg“ am Teterower Ring bewegte die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Spaziergangs sehr. Immer wieder wurde im Bürgerhaushalt des Bezirks Marzahn-Hellersdorf vorgeschlagen, dass die private Immobilie einer neuen Nutzung zugeführt werden soll. Grundsätzlich besteht auf dem Grundstück Planungsrecht nach § 34 BauGB. Ein Vorhaben muss sich in die maßgebliche Umgebung einfügen. Der Eigentümer vermarktet derzeitig das Grundstück. Es gab bereits mehrere Anfragen zur Errichtung von Wohnungen. Ein konkretes Vorhaben liegt noch nicht vor. Das Bezirksamt sieht aufgrund der Anfragen derzeit nicht die Erfordernis ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Sobald es konkrete Informationen dazu gibt, werde ich darüber informieren.

Abriss und Neubau auf der Ostseite des Bahnhofs direkt am Cecilienplatz

Zuletzt widmete sich der Spaziergang der Frage was im Umfeld des Bahnhofs auf der Ostseite passieren wird. Für die Ostseite des Bahnhofsvorplatzes wurde der Bebauungsplan 10-107 eingeleitet. Zur Sicherung einer bürgerfreundlichen Weiterentwicklung des Cecilienplatzes im Zusammenhang mit dem Ortsteilzentrum soll die bauliche Gestaltung einen qualitativ hochwertigen räumlichen Abschluss auf der Westseite des Cecilienplatzes gewährleisten. Das Stadtentwicklungsamt hat eine gutachterliche Untersuchung für ein städtebauliches Entwicklungskonzept als Grundlage für den Bebauungsplan beauftragt, welches Ende 2019 fertig gestellt werden soll. Die Grundstücke befinden sich im Besitz unterschiedlicher privater Eigentümer, die sich jedoch auf eine gemeinsame Entwicklung des Standortes verständigt haben. Ein positiver Bauvorbescheid zur Errichtung bzw. zur Umsetzung eines mehrgeschossigen Wohnungsbauvorhabens (ca. 225 Wohnungen) mit integrierter gewerblicher Nutzung sowie einer Nahversorgungseinrichtung liegt vor. Dementsprechend sollen alle drei Gebäude-Teile abgerissen und nach bisherigem Stand zwei Hochhäuser entstehen. Verkehrstechnisch sollen die Gebäude im Norden durch die Cecilienstraße und im Süden durch die Ernst-Bloch-Straße erschlossen werden. Möglicherweise wird auch eine Tiefgarage errichtet werden.

Zentrum

(Bildquelle: Planausschnitt: Einzelhandel-Versorgungsbereich/Ortsteilzentrum Hellersdorf-Süd)

Nach Kenntnisstand des Bezirksamtes wurden alle Mietverträge der Gewerbetreibenden zum 31.12.2019 gekündigt. Über den notwendig gewordenen und Dank der Bemühungen von Dagmar Pohle und Kulturstadträtin Juliane Witt in die Wege geleiteten Umzugs der Stadtteilbibliothek in das benachbarte Spreecenter hatte ich bereits mehrfach berichtet.

Im Sommer 2020 sollen die ersten Abrissarbeiten starten. Da der Bahnhof von den hier geplanten Baumaßnahmen nicht direkt betroffen ist, wird davon ausgegangen, dass der Bahnhof auch während der Bauarbeiten erreichbar bleibt. Zu zwischenzeitlichen Beeinträchtigungen oder Umleitungen der Fußgängerströme kann aufgrund des frühen Verfahrensstandes derzeitig seitens des Bezirksamtes keine Auskunft erteilt werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand soll REWE im Anschluss der Bauarbeiten bzw. nach Herstellung der geplanten Gebäude wieder einziehen.

Sobald der Bebauungsplan in die offizielle Auslegung im Alten Rathaus Marzahn am Helene-Weigel-Platz kommt, damit Bürgerinnen und Bürger ihre Einwendungen einbringen können, werde ich darüber aktiv informieren, damit sich alle beteiligen können, die sich auch beteiligen wollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kiezspaziergangs haben die Erwartung, dass ich als Wahlkreisabgeordneter die entsprechenden Unterlagen für die Bewohnerinnen und Bewohner auch in meinem Kiezbüro am Cecilienplatz 5 zur Verfügung stelle. Dieser Bitte komme ich gerne nach. Sobald die Unterlagen vorliegen, werden die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit bekommen, auch in unserem Büro Einwendungen vorzutragen, die an das Bezirksamt weitergegeben werden.