Kiezspaziergang in Hellersdorf-Süd – „Dornröschenschlaf“ und Aufbruch

20190730_160442_NEUAm vergangenen Dienstag, dem 30. Juli 2019, hatte der Wahlkreisabgeordnete für Hellersdorf-Süd und Kaulsdorf-Nord zu einem seiner nun schon fast traditionellen sommerlichen Kiezspaziergänge eingeladen. Im Mittelpunkt stand diesmal der überall sichtbare bauliche Wandel im Wahlkreis. Neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kiez nahmen auch die Bezirksstadträtin Juliane Witt sowie Vertreter*innen der lokalen Medien daran teil.

Treffpunkt und erste Station war das Kulturforum Hellersdorf. Seit dem vergangenen Jahr ist es geschlossen und kann endlich saniert werden. Bis zu zwei Millionen Euro werden investiert, damit in der Carola-Neher-Straße 1 auch weiterhin ein spannendes Kulturhaus sein Zuhause hat. Die Maßnahmen werden voraussichtlich im Sommer 2020 beendet sein. Dann wird ein sogenannten Interessenbekundungsverfahren folgen, um einen geeigneten Träger für das Haus zu finden. Dabei können sich neben dem bisherigen Betreiber auch andere Interessierte mit ihrem Konzept bewerben.

Als kleines Highlight des Kiezspaziergangs darf der Besuch des „Hauses der Gesundheit“ in der Etkar-Andre-Straße gelten. Juliane Witt, die auch für die bezirklichen Immobilien zuständig ist, ermöglichte den Teilnehmer*innen einen Einblick in das seit 2014 geschlossene Haus.

20190730_165601NEUDabei wurde deutlich, dass hier ein Juwel schlummert, dass auf seine Wiederbelebung wartet. Die Schließung wurde vor Jahren nötigt, da der Brandschutz nicht mehr den notwendigen Standards entspricht. Eine vollständige Sanierung würde mehr als 20 Millionen Euro kosten. Geld, das der Bezirk allein nicht aufbringen kann. Sicher ist nur, dass dieses wie auch viele andere ungenutzte und sanierungsbedürftige bezirkliche Gebäude dringend für die Verwaltung gebraucht werden. Solange müssen Mietobjekte genutzt werden, die jedoch auf die Dauer viel teurer sind als eben die eigenen. Hier ist das Land gefordert die Bezirke bei der Instandsetzung solcher Gebäude angemessen zu unterstützten, immerhin profitiert Berlin auch davon, wenn es über ausreichend eigene Verwaltungsgebäude verfügt als sich von immer weiter steigenden Gewerbemieten abhängig zu machen.

Einen kurzen Stopp legte die Gruppe beim derzeit im Umbau befindlichen Nahversorgungszentrum am Corso ein. Ein alter Gebäudekomplex aus DDR-Zeiten wird dort derzeit abgetragen und ein neuer Lebensmittelmarkt soll errichtet werden. Dieser wird künftig vom bereits am Ort vorhandenen Rewe genutzt. Die jetzige Rewe-Immobilie wird später vom ebenfalls bereits vorhandenen Aldi bezogen, der seine jetzige Immobilie wiederum für einen Textildiscounter räumt.

20190730_173458NEUNach diesem umfangreichen Plätzetausch soll der Kiez wieder ein attraktiver Ort für Einkaufen, Treffen und Verweilen sein. Wir werden uns sicher bei einem kommenden Kiezspaziergang davon ein Bild machen können.

Zum Schluss machten wir bei einer bisherigen Brachfläche an der Erich-Kästner-Straße Halt. Bis Mitte der 2020er Jahre wird dort eine fünf-zügige Oberschule, voraussichtlich ein Gymnasium, entstehen. Noch vor einigen Jahren gab es keine Nutzung für dieses Areal. Steigende Geburten- und Zuzugszahlen lassen die Stadtteile jedoch wieder wachsen. Ebenfalls sichtbar ist diese am Rande der besagte Fläche. Einst wurde dort ein Kindergartengebäude abgerissen, auf dem selben Grund einige Jahre später eine neue Errichtet. Dies macht deutlich, dass der mit dem jetzigen Bevölkerungswachstum verbundene Neubau von Wohnungen und sozialer Infrastruktur so nachhaltig und sinnvoll gestaltet werden muss, damit in einigen Jahren nicht wieder die Abrissbagger aktiv werden.

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