Mietspiegel 2019 – LINKE Antworten gegen den „Mietenwahnsinn“

Am 13.05.2019 wurde der neue Mietspiegel 2019 veröffentlicht. Der Mietspiegel hilft nicht gegen Mietenwahnsinn, er zivilisiert ihn allenfalls ein wenig. Er spiegelt den anhaltenden Mietanstieg wider und gibt damit einen Rahmen für weitere Mieterhöhungen.

Die Dynamik der guten Wohnlagen im Vergleich zum Mietspiegel 2017 zeigt Veränderungen sowohl in der Abstufung auf mittlere Wohnlage in 2019 (darunter Kaulsdorf) als auch Heraufstufungen von mittlerer (2017) in gute Wohnlage. Die Dynamik weist weniger einfache Wohnlagen in 2019 aus, dies insbesondere in Marzahn-Hellersdorf. Die mittleren Lagen befinden sich auch in weiten Teilen von Marzahn-Hellersdorf. In der Dynamik ist die Zunahme von einfacher hin zu mittlerer Wohnlage signifikant und zwar in allen Bereichen der Stadt. Die einfache Lage ist in den Mietspiegelfeldern nicht immer die preiswerteste Lage. Mehrheitlich ist aber eine mittlere Lage teurer als eine einfache und wiederum eine gute Lage teurer als eine mittlere.
Beim Baualter 1991 bis 2002 (Nachwendebauten) gibt es starke Sprünge zwischen der mittleren und guten Lage. Im aktuellen Neubau 2003 bis 2017 ist die einfache Lage am teuersten. Die Folgen sind, dass durch veränderte Lagen Mieten steigen können
Im Segment Plattenbau Ost 1973 bis 1990 gibt es keine signifikanten Sprünge zwischen den Lagen. Relativ geringe Änderungen gibt es daher in diesem Segment, auch nicht durch Heraufstufung von einfacher in mittlere Wohnlage.

Dazu erklärt Kristian Ronneburg: „Der Mietspiegel 2019 zeigt, dass gegen den „Mietenwahnsinn“ in Berlin nicht allein „Bauen, Bauen, Bauen“ wie es CDU, AfD und FDP fordern, hilft. Die Politik darf sich nicht nur auf ein bestimmtes Instrument beschränken. Nur mit einem Mix aus verschiedenen Maßnahmen können wir den „Mietenwahnsinn“ wirksam bekämpfen: Eine andere Bodenpolitik, die den Verkauf öffentlicher Grundstücke ausschließt und zusätzlich Grund und Boden in öffentliche Hand zurückholt; öffentlicher Wohnungsneubau zu bezahlbaren Mieten; Ankauf von Wohnungen, um sie dem privaten Markt zu entziehen (ohne das Zahlen von Mondpreisen, um private Spekulationsgewinne zu finanzieren) und die Ausweitung von Milieuschutzgebieten; Nachverdichtung in Kiezen unter Beteiligung der Anwohner*innen und Erhalt von Lebensqualität; Einführung des Mietendeckels für Berlin und die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen.“

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