Zukunft des Kienbergparks und der „Gärten der Welt“

Seilbahn

Quelle: wikipedia

Da sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Bürgerinnen und Bürger mit Anfragen bezüglich des Kienbergparks und der „Gärten der Welt“ an mich gewandt haben, habe ich den aktuellen Sachstand zu einigen Themen abgefragt.

Multifunktionshalle auf dem Gelände der „Gärten der Welt“

Bereits vor der IGA 2017 wurde der Bau einer Multifunktionshalle mit zusätzlichen Parkplätzen für Besucher*innen der „Gärten der Welt“ versprochen. Letztlich wurde das Projekt erst 2017 im Rahmen des Förderprogramms „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) auf den Erweiterungsflächen der „Gärten der Welt“ bewilligt. Ursprünglich vorgesehen war die Realisierung einer Multifunktionshalle mit 3.000 m², die die Dauer-Ausstellung „Mikrokosmos Garten“ und auf 1.600 m² eine flexibel nutzbare Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche beherbergen sollte. Darüber hinaus war vorgesehen zur Entlastung der Parkplatzsituation in den umliegenden Wohngebieten bis zu 700 Stellplätze in dem neuen Gebäude zu schaffen.

Das Projekt sollte im Zeitraum 2018-2021 realisiert werden.

Zur Zeit laufen immer noch Gespräche zur Planung der „Multifunktionellen Einrichtung“ zwischen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie dem Aufsichtsrat der Grün Berlin GmbH. Es werden laut Anfrage u.a. ergänzend zum bisherigen Konzept Logistikbedarfe für die Parkbewirtschaftung berücksichtigt.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Beteiligten kann der Bau nun frühestens 2022 beginnen.

Gastronomisches Angebot am Kienbergpark und in den „Gärten der Welt“

Vorschläge aus dem Bürgerhaushalt Marzahn-Hellersdorf zeigen das vielfältige Interesse aus der Anwohnerschaft ein gastronomisches Angebot am Umweltbildungszentrum zu schaffen. Geplant ist hier voraussichtlich ab Sommer 2019 ein niedrigschwelliges Gastronomieangebot mit einem örtlichen Partner aus dem Bezirk umzusetzen.

Gegenstand laufender Gespräche mit dem Pächter ist auch die Öffnung der Gastronomie im Besucherzentrum der „Gärten der Welt“ unabhängig von den Betriebszeiten der „Gärten“. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine solche unabhängige Zugänglichkeit der Gastronomie im Besucherzentrum.

Verkehrs- und Parkplatzprobleme bei Großveranstaltungen

Viele Anwohnerinnen und Anwohner der „Gärten der Welt“ kennen das Problem: Im Frühling und Sommer werden die Wohngebietsstraßen zusätzlich verstopft durch Besucherinnen und Besucher der „Gärten“. Bei besonderen Großveranstaltungen sind die Zustände sehr unübersichtlich. Zur Zeit wird ein angepasstes, gesamthaftes Parkraumkonzept mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie dem Aufsichtsrat erörtert und abgestimmt. Hierzu ist es geplant, die Parkplatzflächen an der Eisenacher Straße zu ertüchtigen, langfristig weitere Stellflächen im Bereich der geplanten „Multifunktionellen Einrichtung“ auf dem Gelände der „Gärten“ sowie vorhandene Parkplatzkapazitäten auf dem ehemaligen Busparkplatz am Kienbergpark einzurichten und zu kommunizieren. Die BVG wird stets über neue Sonderveranstaltungen informiert. Anpassungen der Taktung und Fahrzeugkapazitäten obliegen der BVG selbst.

Parkordnung für den Kienbergpark

Derzeit gibt es noch keine Parkordnung für den Kienbergpark. Es ist geplant eine Parkordnung in Anlehnung an das Gesetz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen (Grünanlagengesetz – GrünanlG) einzuführen.

Einsatz von Fahrzeugen im Kienbergpark und in den „Gärten der Welt“

Der Einsatz von Fahrzeugen im Kienbergpark führt immer wieder zu Nachfragen in der Anwohnerschaft. Laut Auskunft der Grün Berlin sind im Kienbergpark zwei Elektrofahrzeuge im Einsatz sowie die firmeneigenen Fahrzeuge der beauftragten Pflegefirmen. In den „Gärten der Welt“ werden Elektrofahrzeuge sowie ein Transporter und ein Radlader genutzt. Auch hier benutzen die beauftragten Pflegefirmen eigene Fahrzeuge.

Monitoring von Schäden

Laut Grün Berlin werden Vandalismusschäden, die in der Vergangenheit vermehrt auftraten, durch das Parkmanagement erfasst, dokumentiert und zur Anzeige gebracht. Jedoch sei nur eine Veröffentlichung im Einzelfall vorgesehen. Mögliche Anpassungen der Veröffentlichung werden geprüft.

Umsetzung des Waldentwicklungskonzeptes für den Kienbergpark

Die Grün Berlin verweist darauf, dass die Pflegemaßnahmen im Kienbergpark und auf dem Kienberg Bestandteil des mit dem Senat abgestimmten Entwicklungs- und Pflegekonzept sind und unter Einbindung der Umwelt- und Naturschutzbehörde sowie der Verkehrssicherungspflichten stattfinden. Informationen finden über Bürgerveranstaltungen und das Parkmanagement statt.

Neben Fällungen, die aufgrund der Verkehrssicherungspflicht stattfinden mussten, mussten zum Erhalt einiger Bäume ein Kronenpflegeschnitt durchgeführt und Totholz entnommen worden. Diese Maßnahmen seien zudem notwendig geworden, weil der Kienberg als Schuttberg den großen Pappeln kaum anstehenden Boden zum Wurzeln bietet. Viele Pappeln seien aufgrund der erreichten Wuchshöhe und bei voller Belaubung zu kronenlastig gewesen, so dass die Gefahr bestand, dass diese umstürzen.

Seilbahn

Der Berliner Senat hat mit dem Nahverkehrsplan 2019-2023 beschlossen, dass die Integration der Seilbahn in den ÖPNV geprüft werden soll. Auf meine Nachfrage hin, hat der Senat erklärt, dass er momentan alle Kosten ermittle, die dafür notwendig wären, damit dies im Haushalt des Landes verankert werden könne.

Mein Fazit

Es gibt viele positive Entwicklungen sowohl in den „Gärten der Welt“ als auch im Kienbergpark. Dies unterstreicht nicht zuletzt das große Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger, die an der jüngsten Informationsveranstaltung im Bezirklichen Informationszentrum teilgenommen haben. Dennoch gibt es aus meiner Sicht einige Punkte, die verbesserungswürdig sind.

Dies sind u.a. folgende Punkte:

1. Ich bedauere es außerordentlich, dass der Beginn des Baus der Multifunktionshalle auf dem Gelände der „Gärten der Welt“ von 2018 auf 2022 verschoben wurde. 2021 sollte die Halle bereits stehen, nun soll ein Jahr später erst mit dem Bau angefangen werden. Konzeptänderungen und das Hinterfragen von Planungen sind legitim, doch solche langen Verzögerungen für die Bürgerinnen und Bürger kaum zu erklären, zumal bereits vor der IGA 2017 Pläne dazu verfolgt und Versprechungen gemacht wurden. Wenn es endlich zu einer Einigung der beteiligten Stellen kommt, wäre vermutlich erst 2025 mit einer Fertigstellung zu rechnen.

2. Die Entwicklung des Kienbergparks hat für viele Anwohnerinnen und Anwohner Veränderungen mit sich gebracht. Ein neu entstandener Volkspark wird von vielen geschätzt, jedoch bringt dies auch mit sich, dass mehr Fahrzeuge in dem Areal unterwegs sind, die auch Emissionen verursachen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass künftig nur noch emissionsfreie Fahrzeuge im Kienbergpark eingesetzt werden.

3. Fällungen von Bäumen führen immer wieder zu Nachfragen und auch zu Kritik. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Waldentwicklungskonzept für den Kienbergpark. Dieses Konzept wird bisher laut Anfrage direkt über das Parkmanagement und Bürgerinformationsveranstaltiungen kommuniziert. Ich halte dies für ungenügend und werde mich dafür einsetzen, dass alle Maßnahmen in diesem Zusammenhang umfassend und transparent online dokumentiert werden. Nur so kann meines Erachtens Vertrauen (wieder-)hergestellt werden.

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