Umweltgerechtigkeit in Marzahn-Hellersdorf – Marzahner Promenade und Helle Mitte mehrfach belastet

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat erstmals umfassende Daten zur Verteilung von Umweltbelastungen in den Berliner Stadtquartieren vorgelegt. Das Monitoring bezieht die Indikatoren „Lärm“, „Luftgüte“, „Bioklima“, „Versorgung mit Grün- und Freiflächen“ und sozioökonomische Daten ein. Der Bericht ist eine wichtige Grundlage für das Land Berlin und die Bezirke, ressortübergreifend Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um ungleiche Umweltweltbelastungen zu verringern oder zu vermeiden.

Im gesamtstädtischen Vergleich steht Marzahn-Hellersdorf mit wenigen mehrfach belasteten Planungsräumen gut da. Die Werte aller Kernindikatoren liegen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf über dem Berliner Durchschnitt. Dies gilt insbesondere für die gute beziehungsweise sehr gute Grünversorgung. 74,5 Prozent der Bürger*innen aus Marzahn-Hellersdorf (189.435 Einwohner) leben in un- oder einfach belasteten Planungsräumen (in Berlin sind es 49,6 Prozent).

Es treten jedoch deutliche Unterschiede zwischen den gering verdichteten Einfamilienhausgebieten in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf und den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf auf. In beiden Großsiedlungen gibt es Planungsräume, in denen Mehrfachbelastungen auftreten.

In Hellersdorf ist es die Helle Mitte. Der Planungsraum gilt als dreifach-belastet. Während die Grünversorgung (1) und Lärmbelastung (2) nicht auffällig sind, ist die Helle Mitte gekennzeichnet durch soziale Problemlagen sowie durch „Luftbelastung“ und „thermische Belastung“.

Die Marzahner Promenade ist der einzige Planungsraum in Marzahn-Hellersdorf mit einer vierfachen Belastung (Luft, Grün, thermische Belastung, soziale Problematik).

Dazu erklärt Kristian Ronneburg:

„Die nun veröffentlichten Daten zeigen, dass Gesundheitsbelastungen durch Luftschadstoffe und Lärm in sozial benachteiligten Stadtquartieren häufig hoch sind.

Das Thema Umweltgerechtigkeit gehört auch im grün geprägten Bezirk Marzahn-Hellersdorf auf die Tagesordnung. Maßnahmen zur Steigerung der Umweltqualität in der Marzahner Promenade und der Hellen Mitte sind dringend geboten. Da die Helle Mitte verschiedene weitere Defizite, auch im städtebaulichen Bereich, aufweist, schlage ich vor, dass das Bezirksamt mit der Zivilgesellschaft und Gewerbetreibenden ein neues Leitbild für eine „Grüne Helle Mitte“ entwickelt.“

Der gesamte Bericht „Die umweltgerechte Stadt – Auf dem Weg zu einer sozialräumlichen Umweltpolitik“ kann hier eingesehen werden.

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