Entwicklung der Straßenverkehrsunfälle in Marzahn-Hellersdorf

BlaulichtErklärtes Ziel der rot-rot-grünen Koalition ist die im Berliner Mobilitätsgesetz verankerte „Vision Zero“, wonach Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu gestalten sind, dass keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten. Um es umzusetzen, müssen wir weiter alle Maßnahmen ausschöpfen, präventive wie repressive, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Aus meiner Schriftlichen Anfrage an den Berliner Senat ergeben sich folgende Erkenntnisse aus dem Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Statistik

Von Januar bis November 2018 gab es insgesamt 6.323 Straßenverkehrsunfälle in Marzahn-Hellersdorf. Im Vergleich zum gesamten Vorjahr (6.665 Verkehrsunfälle) wird deutlich, dass es keine gravierenden Änderungen an den Zahlen gibt. 2017 starben jedoch zwei Menschen im Straßenverkehr; in 2018 war dies im Vergleichszeitraum nicht der Fall. Jedoch gab es in 2018 mehr Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten (2017: 102; Jan.-Nov. 2018: 127) und Leichtverletzten (2017: 487; Jan.-Nov. 2018: 502). Von Januar bis November 2018 verunglückten 758 Personen, davon 138 schwerverletzt und 620 leichtverletzt (2017: 110 schwerverletzt, 620 leichtverletzt).

Unfallorte

Der Straßenabschnitt mit den höchsten Unfallzahlen war 2018 wieder die Rhinstraße/Landsberger Allee. Wie in den Vorjahren war diese Örtlichkeit die unfallstärkste im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Unfallzahlen sind wieder gestiegen (2016: 70, 2017: 88, Jan.-Nov. 2018: 90). Danach kommt – wie in den Vorjahren auch – der Bereich Alt-Biesdorf/Köpenicker Straße/Blumberger Damm (55 VU).

Laut Unfallkommission lagen in 2018 an drei Örtlichkeiten Unfallschwerpunkte mit Personenschäden vor: Märkische Allee/Mehrower Allee, Meeraner Straße/Allee der Kosmonauten und an der Landsberger Allee. Die Unfallschwerpunkte aus den Jahren 2016 und 2017 gehören nicht mehr dazu.

Die Maßnahmen

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Unfallschwerpunkte im Bezirk zu entschärfen:

  • Knotenpunkt Allee der Kosmonauten/Beilsteiner Straße (Neubau der Lichtsignalanlagen und Vollsignalisierung; seit 2015 keine Unfallhäufungsstelle mehr)
  • Knotenpunkt Hellersdorfer Straße/Neue Grottkauer Straße/Feldberger Ring (Getrennt signalisierte Linksabbiegende, Anforderungsfreigabe, Erneuerung der Markierung; seit 2014 keine Unfallhäufungsstelle mehr)
  • Knotenpunkt Köpenicker Straße/Eichenallee/Dankratstraße (Verbesserung der Sichtbeziehungen, Verdeutlichung von Verkehrszeichen und Markierungen, Anordnung von Piktogrammen auf der Fahrbahn; seit 2015 keine Unfallhäufungsstelle mehr)
  • Knotenpunkt Ahrensfelder Platz–Märkische Allee/Havemannstraße (Änderung und Erneuerung der Knoten- und Spurmarkierung, straßenbauliche Anpassung des Inselkopfes, verstärkte Geschwindigkeitskontrollen; Entwicklung der Unfallzahlen wird weiter beobachtet)

2018 wurden Fußgängerüberwege im Mädewalder Weg/Georgstraße und in der Havemannstraße/Flämingstraße gebaut. Außerdem wurde am Jugendclub „Wurzel“ in der Dessauer Straße, zur Verbesserung der Sichtverhältnisse für die Jugendlichen, eine Gehwegvorstreckung markiert.

Was ist in Planung?

An der Örtlichkeit Hultschiner Damm/Rahnsdorfer Straße ist der Neubau einer Lichtsignalanlage geplant, um einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

Außerdem plant das Bezirksamt eine gefährliche Örtlichkeit für Radfahrend zu entschärfen. Im Kreuzungsbereich Landsberger Allee/Raoul-Wallenberg-Straße in Richtung Eastgate ist vorgesehen, den Radweg über eine Rampe durch Bordsteine auf den Gehweg zu leiten, damit Busse und LKW eine klare Trennung des Radweges auf der Straße erkennen. Radfahrende würden den Kreuzungsbereich zunächst über die Rampe verlassen. Sobald der fließende Verkehr sich auf den Fahrspuren verteilt hat, wird der Radweg über eine Rampe wieder auf die Straße geführt.

Fazit

Es wird deutlich, dass sich die Zahl der Straßenverkehrsunfälle in Marzahn-Hellersdorf nicht sonderlich verändert hat. Diese Entwicklung ist einerseits positiv, eine deutliche Verbesserung ist jedoch auch nicht erkennbar. Dass sich die Verkehrsunfallsituation im Bereich der Rhinstr./Landsberger Allee Jahr für Jahr verschlimmert, darf nicht weiter hingenommen werden. Ich werde mit der Berliner Polizei, dem Senat und dem Bezirksamt prüfen, welche geeigneten Maßnahmen ergriffen werden können, um endlich ein Stoppzeichen zu setzen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

Eine entsprechende Anfrage und die Antworten des Senats finden Sie hier.

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