Aktueller Stand der Radverkehrsprojekte in Marzahn-Hellersdorf

Zeichen_237Die rot-rot-grüne Koalition hat sich als eines der größten Ziele dieser Legislaturperiode den Ausbau des Radverkehrs auf die Fahnen geschrieben. Im Doppelhaushalt 18/19 sowie in SIWANA (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Errichtung eines Nachhaltigkeitsfonds) wurden hohe Investitionssummen für die Radinfrastruktur abgesichert. Auch in Marzahn-Hellersdorf stehen verschiedene Maßnahmen in den nächsten Jahren an. Hier stehen vor allem Lückenschlüsse im bestehenden Netz im Vordergrund. Auch der Ausbau von Fahrradabstellanlagen wird vorangetrieben. 50.000 Fahrradstellplätze an den Stationen und Haltestellen des ÖPNV sowie weitere 50.000 Fahrradstellplätze im öffentlichen Raum sollen laut Mobilitätsgesetz bis 2025 in Berlin eingerichtet werden. Auch Marzahn-Hellersdorf wird davon profitieren. Sondermittel für neue Stellplätze wurden durch den Senat bereits bereitgestellt.

Besondere Projekte stellen Grünbeschichtungen von bestehenden Radverkehrsanlagen sowie spezielle geschützte Radverkehrsanlagen dar. Im Mobilitätsgesetz ist auch der Bau von 100 Kilometern Radschnellwegen vorgesehen. Diese Wege werden eine besondere Qualität aufweisen (separate vom übrigen Verkehr getrennte Wege, die bis auf wenige Ausnahmen ohne Stopp befahren werden können) und vor allem interessant für Menschen sein, die mit dem Rad zur Arbeit fahren wollen.

Hier eine Übersicht über den aktuellen Stand in Marzahn-Hellersdorf:

Ausbau von Radwegen

Bitterfelder Str., Nordseite westlich Klettwitzer Str.

Diese Maßnahme befindet sich bereits im Bau und soll im nächsten Jahr fertiggestellt werden.

Radweg an der Straßenbahntrasse beiderseits der Wuhletalstraße

Diese Maßnahme befindet sich momentan in der Planung. Vor der Bauausführung müssen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) diverse Sanierungsarbeiten in ihren Leitungsbeständen ausführen. Daher ist laut Bezirksamt ein Baubeginn nicht vor Mitte 2019 möglich.

Allee der Kosmonauten, Radwegsanierung Rhinstr., Meeraner Straße

Diese Maßnahme befindet sich noch in der Planung. Ein Baubeginn ist laut Bezirksamt noch nicht terminiert.

Radweg Hoyerswerdaer Str. nach Hönow, Asphaltierung der Radwegeverbindung

Laut Bezirksamt musste die Ausschreibung wegen überhöhter Baupreise für die parallel verlaufenden Leitungsarbeiten der BWB aufgehoben werden. Ein Baubeginn wird daher erst 2019 möglich sein.

Radweg parallel zur Wuhle, Ostseite nördlich Altentreptower Str.

Nach Vorliegen der naturschutzrechtlichen Stellungnahmen und der daraus resultierenden Projektanpassungen wird zzt. die Ausschreibung vorbereitet. Die Bauvorbereitung beginnt Ende 2018.

Radwegrampen Bitterfelder Straße – Alte Rüsternallee

Die Planung ist weitgehend fertig gestellt. Detailabstimmungen zu vorab notwendigen Instandsetzungen am Leitungsbestand der BWB laufen zzt. Der Bau wird voraussichtlich 2019 beginnen können.

Radwegebau/Asphaltierung Münsterberger Weg

Für diese Maßnahmen laufen zur Zeit die Planungen. Bezüglich notwendiger Versickerungsanlagen für das Regenwasser sind noch Detailabstimmungen mit den BWB zu führen. Diese Maßnahme ist der Beginn der Erschließung einer neuen Radnebenroute.

Radverkehrsanlagen Allee der Kosmonauten Eitelstraße – Elisabethstraße

Laut Bezirksamt liegen noch nicht die Ergebnisse der vorab notwendigen verkehrstechnischen Untersuchung vor. Insbesondere der Abschnitt zwischen Poelchaustraße und Elisabethstraße wird seitens des Bezirks als sehr problematisch angesehen. Der Baubeginn ist noch offen, da auch Umbauarbeiten an der Ampel-Anlage an der Ecke Poelchaustraße erforderlich sein werden.

Ausbau von Fahrradabstellanlagen

Damit Maßnahmen zum Fahrradparken schneller umgesetzt werden können, wurde die

GB infraVelo GmbH, eine Entwicklungsgesellschaft des Landes Berlin, gegründet. Diese

Gesellschaft soll – in enger Absprache mit dem Senat und den Bezirken – Fahrradabstell-

anlagen planen und bauen. Derzeit führt die GB infraVelo GmbH eine Standort- und

Potentialanalyse zum Fahrradparken an elf Bahnhöfen im Land Berlin durch. Größere Anlagen sind für die Bahnhöfe Ahrensfelde, Hellersdorf, Mahlsdorf und Hönow sowie an den „Gärten der Welt“ und am Kienbergpark geplant.

In Marzahn-Hellersdorf existieren etwa 2.830 Fahrradstellplätze an Zugangsstellen zum Öffentlichen Nahverkehr. Zur Zeit planen sowohl die infraVelo GmbH als auch der Bezirk, der gemäß Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz für Maßnahmen des ruhenden Verkehrs zuständig ist, Fahrradabstellanlagen. Zur Zeit befinden sich 182 Fahrradbügel à 2 Stellplätze an 28 öffentlichen, Kinder- und Jugendeinrichtungen im Aufbau. Die Errichtung von insgesamt 50 gesicherten Stellplätzen an den Bahnhöfen Marzahn und Elsterwerdaer Platz wurde seitens des Bezirks beim Senat beantragt.

Grünbeschichtungen von bestehenden Radverkehrsanlagen und geschützte Radverkehrsanlagen

Im nächsten Jahr sind noch keine Maßnahmen in Marzahn-Hellersdorf geplant, um bestehende Radverkehrsanlagen grün zu beschichten. Dies wird aller Voraussicht nach erst ab 2020 der Fall sein. Ab dem nächsten Jahr wird jedoch der Bau geschützter Radstreifen in Marzahn-Hellersdorf beginnen. Grün markierte Radstreifen gewährleisten durch mehr Breite und mit Hilfe rot-weißer Poller („Leitboys“) die physische Abtrennung des Radverkehrs und bieten so mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Geschützte Radstreifen sind mindestens zwei Meter breit und verfügen über eine im Regelfall ein Meter breite Schutzfläche mit Pollern. Geplant ist ab 2019 der Bau eines geschützten Radfahrstreifens an der Märkischen Alle, südlich der Brücke über die Ostbahn.

Radschnellwege

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Trassenkorridore für Radschnellverbindungen in Berlin diskutiert. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz lässt derzeit durch die infraVelo GmbH für verschiedene Trassenkorridore weiterführende Untersuchungen ausschreiben. Die Aufgabenstellung der Ausschreibung sieht dabei für die jeweiligen Trassenkorridore grundlegende Machbarkeitsuntersuchungen sowie die Durchführung von ersten bauvorbereitenden Planungsleistungen vor. Für den Berliner Osten wird ein Trassenkorridor ausgewählt, der in eine der beiden geplanten Ausschreibungen aufgenommen wird („Ost-Route“ – Landsberger Allee – Marzahn). Die Vergabe für die Untersuchungen erfolgt voraussichtlich im Februar 2019.

Zusätzlich werden die Planungen für die Radschnellverbindung im Zuge der „Tangentialen Verbindung Ost (TVO)“ zwischen der B1/B5 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Norden und der Straße An der Wuhlheide im Bezirk Treptow-Köpenick im Süden weiter vorangetrieben.

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