Bezirksamt hat beschlossen: Bebauungsplan soll Entwicklung am Cecilienplatz steuern

Zentrum

(Bildquelle: Planausschnitt: Einzelhandel-Versorgungsbereich/Ortsteilzentrum Hellersdorf-Süd)

Das Bezirksamt hat in der vergangenen Woche beschlossen, ein sogenanntes Bebauungsplanverfahren für den westlichen Teil des Cecilienplatzes auf den Weg zu bringen und die Entwicklung der dortigen Immobilien zu steuern. Der Besitzer hatte bereits vor Jahren einen Abriss der Bestandsgebäude und einen Neubau erwogen.

Der östliche Bahnhofsbereich am Cecilienplatz bietet ein eher trostloses Bild. Die verwinkelte Gebäudestruktur und die inzwischen sanierungsbedürftigen Ladenzeilen haben ihre besten Tage hinter sich. Der teilweise Leerstand und die veraltete Infrastruktur machen das Areal zusätzlich unattraktiv.

Bereits vor wenigen Jahren war zu hören, dass der Besitzer der Gebäude einen Abriss und Neubau plane. In seinem Besitz befanden sich zu diesem Zeitpunkt die beiden Gebäude, die auf der Ostseite des Bahnhofes nördlich und südlich den REWE-Markt umschließen. Die Kaufhalle selbst war noch nicht in seinem Besitz, wobei das Interesse des Kaufs und der Entwicklung der Immobilie bestand. Inzwischen ist diese wohl auch in sein Eigentum übergegangen.

Alle drei Gebäude-Teile sollten abgerissen und an deren Stelle Gewerberäume im Erdgeschoss und darüber Wohngebäude errichtet werden. Drei Hochhäuser sollten am Bahnhof in die Höhe ragen und weithin sichtbar den westlichen Bereich des Cecilienplatzes abschließen.

Diese konkreten Planungen haben auch weiterhin Bestand. Der Besitzer hat einen sogenannten Vorbescheidsantrag für die Grundstücke Cecilienplatz 10, 11 und 12 gestellt. Es geht um den Bau von ca. 225 Wohnungen und einer integrierten gewerblichen Nutzung. Auch der Kaufhallenstandort soll durch einen Neubau erhalten werden.

Damit diese geplante Entwicklung auch die städtebaulichen Aspekte und mögliche Konflikte berücksichtigt, hat das Bezirksamt ein Bebauungsplanverfahren für dieses Areal eingeleitet. Konkret heißt es im Aufstellungsbeschluss: Zur Gewährleistung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung insbesondere im Sinne der geplanten Wohnnutzung im Bereich des Cecilienplatzes [..] und der Sicherung des erforderlichen Folgebedarfs an Frei- und Spielflächen für Kita und Schule ist die Durchführung eines verbindlichen Bauleitplanverfahrens erforderlich.“

Die Umgebung ist von 11-Geschossern geprägt. Die Grundstücke befinden sich mitten im Ortsteilzentrum. Eine Bebauung mit Wohnungen und Gewerberäumen wäre auch ohne ein solches Bebauungsplanverfahren jetzt schon nach §34 BauGB denkbar. Jedoch ermöglicht ein solches Verfahren eine größere Einflussnahme des Bezirkes auf die Bebauung und kann somit die Art und die Ausmaße der neuen Gebäudestruktur steuern.

Ein weiteres Ziel des Verfahrens ist die Attraktivität des Cecilienplatzes zu stärken und langfristig das Ortsteilzentrum Kaulsdorf-Nord zu stabilisieren. Sowohl städtebaulich als auch architektonisch sollen die Neubauten den Kiez bereichern. Dazu heißt es im Beschluss: Mit der Planung soll ein städtebauliches Leitbild geschaffen werden, dass durch die Grundfläche, die Baudichte, die Bauhöhe und die Geschossigkeit, die Kubatur etc. eine harmonische Ergänzung sowie einen der Umgebung entsprechenden architektonischen Abschluss des Gebäudeensembles am Cecilienplatz in Richtung U-Bahntrasse bildet.“

Verkehrstechnisch sollen die Gebäude im Norden durch die Cecilienstraße und im Süden durch die Ernst-Bloch-Straße erschlossen werden. Das Bezirksamt stellt in seinem Beschluss fest, dass aufgrund des künftigen Verkehrsaufkommens durch die Gewerbeflächen möglicherweise eine Tiefgarage geplant werden müsse. Oberirdische Stellplatzflächen sollen möglichst minimiert werden. Die Wegeverbindungen von Ost nach West über den Cecilienplatz zum U-Bahnhof sollen erhalten und verbessert bleiben.

Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie die konkreten Architekten-Entwürfe für die neuen Gebäude aussehen. Gerade der Bahnhofsbereich prägt das Bild unseres Kiezes und eine neue Bebauung muss sich in die Szenerie des Cecilienplatzes einpassen. Für mich wichtig ist, dass neue Wohnungen auch die notwendige soziale Infrastruktur nach sich ziehen. Der Bezirk muss für ausreichend Kita- und Schulplätze sorgen und auch die Freizeit der Bewohnerinnen und Bewohner unseres Kiezes im Blick haben.

Ich werde mich mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle verständigen, um eine schnelle Information der Bürgerinnen und Bürger zu erwirken. Eine Einwohnerversammlung mit dem Bezirksamt und dem Besitzer der Immobilien muss rasch über die Planungen informieren.

Den Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren finden Sie hier.

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