Zahl der Stromsperren in Marzahn-Hellersdorf kaum verändert

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Für viele Haushalte mit durchschnittlichen oder niedrigen Einkommen sind die hohen Kosten für Strom eine enorme Belastung. Die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat wieder nach den aktuellen Zahlen gefragt. Nach Angaben des Berliner Senats ist die Anzahl der Stromsperren gegenüber 2016 um etwa 7% zurückgegangen. Die Zahlen liegen allerdings immer noch um 3 bis 7 Prozent über dem Niveau von 2014 und 2015. Der Anteil der durchgeführten Stromsperren im Verhältnis zu den Sperrandrohungen ist in Berlin mit ca. 12,6 Prozent relativ hoch (bundesweiter Durchschnitt 2016: 5,3% – 330.000 Sperren auf 6,2 Mio. Androhungen). Der durchschnittliche Zahlungsrückstand, bei dem eine Sperre durch Vattenfall beauftragt wurde, ist 2017 deutlich niedriger als 2016 (von 628 Euro auf 385 Euro). Vattenfall hat zudem den Preis für die Wiederherstellung der Versorgung um über 50% von 9,31 € auf 14,51 € erhöht.

Der Rückgang im Vergleich zu 2016 fand in allen Bezirken statt. Absolut gibt es am meisten Sperren in den Bezirken Mitte und Marzahn-Hellersdorf. In Marzahn-Hellersdorf gab es im vergangenen Jahr 1.944 Stromsperren (2016: 2.015). Die Zahl liegt noch über den Zahlen von 2014 (1.867) und 2015 (1.728).

Kristian Ronneburg dazu: „Die Versorgung mit ausreichend Energie ist ein grundlegendes Element der Daseinsvorsorge. DIE LINKE setzt sich für ein, dass keine Stromsperren bei schutzbedürftigen Haushalten – bei Kranken, Kindern und Schwangeren – durchgeführt werden. Um dies abzusichern sollten Stromsperren einer behördlichen Genehmigungspflicht unterliegen. Zur Reduzierung der Stromsperren sollte es Hinweise auf Beratungsstellen in den Sperrandrohungen geben. Es sollte keine Strom- und Gassperren an Freitagen geben, damit Betroffene noch vor dem Wochenende handeln können. Außerdem sollte es keine Strom- und Gassperren in den kalten und dunklen Wintermonaten geben. DIE LINKE setzt sich für den weiteren Ausbau der Energieschuldenberatung und Energiesparberatung sowie die Erhöhung des Regelsatzes und armutssichere Mindestlöhne ein.
Seit diesem Jahr finanziert der rot-rot-grüne Senat wieder die Energieschuldenberatung der Verbraucherzentrale. Vattenfall hatte die Finanzierung der Energieschuldenberatung im Dezember 2014 eingestellt.“

Hier finden Sie eine Übersicht der Stromsperren in Berlin nach Bezirken geordnet.

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